Der 15. Round Table Entwicklungspolitik Brandenburg vereint Zivilgesellschaft und Landesregierung. Der offizielle Bericht 2025 dokumentiert neue entwicklungspolitische Leitlinien, den Fokus auf faire Beschaffung und alle konkreten NGO-Projekte. Das vollständige Dokument steht auf dieser Seite als PDF zum Download bereit.

Globale Herausforderungen wie klimatische Veränderungen, Migration und strukturelle Umbrüche verlangen konkrete, lokal verankerte Antworten. Der 15. Round Table Entwicklungspolitik (RTEP) liefert die strategische Roadmap für das Land Brandenburg. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft kamen am 7. November 2025 im Brandenburg Museum zusammen, um gemeinsame Handlungsfelder zu definieren.

Bericht zum 15. Round Table Entwicklungspolitik

Finanzministerium stärkt globale Verantwortung und sichert Strukturen

Minister Crumbach kündigt neue Leitlinien an

Finanz- und Europaminister Crumbach definiert die zukünftige Strategie der Landesregierung klar. Das Ministerium schreibt die Entwicklungspolitischen Leitlinien in der aktuellen Legislaturperiode fort. Den neuen operativen Schwerpunkt bildet die nachhaltige öffentliche Beschaffung. Der Minister garantiert zudem die finanzielle Absicherung der entwicklungspolitischen Zivilgesellschaft, um bestehende Handlungsstrukturen trotz angespannter Haushaltslage lückenlos zu erhalten.

Dekoloniale Erinnerungskultur: Ausstellung „Signale der Macht“

Museumsdirektorin Katja Melzer zeigte transkontinentale Verbindungen anhand der Großfunkstelle Nauen auf. Die Ausstellung verknüpft Technikgeschichte mit Kolonialgeschichte und analysiert das frühere Kommunikationsnetzwerk nach Togo und Namibia. Diese historischen Einblicke belegen die Entstehung imperialer Machtgefälle. Sie verdeutlichen, wie stark koloniale Verflechtungen heutige mediale, politische und wirtschaftliche Strukturen dominieren.

Regierungsstrategien bis 2028: Klimaschutz, Beschaffung und Integration

Aktuelle Berichte aus den Ministerien MWAEK, MdFE und MIK

Die Landesregierung forciert ressortübergreifende Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung:

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (MWAEK) schließt Bestandsaufnahmen zur nachhaltigen Beschaffung ab und bereitet die Berichte zur Umsetzung des Klimaplans vor.

Das Ministerium der Finanzen und für Europa (MdFE) begleitet die Neufassung des Orientierungsrahmens „Globale Entwicklung“ auf Bund-Länder-Ebene und stärkt die Baruther Schlossgespräche.

Das Ministerium des Innern und für Kommunales (MIK) arbeitet das neue Landesintegrationsgesetz aus. Das Referat verabschiedet dieses Gesetz bis Anfang 2028 auf Basis der aktuellen Evaluierungen.

Zivilgesellschaft liefert praxisnahe Konzepte für Brandenburg

Acht Nichtregierungsorganisationen präsentierten ihre aktuellen Projekte. Sie belegen, wie globale Gerechtigkeit im kommunalen Alltag funktioniert:

  • BBAG e.V.: Setzt das Projekt Biocooling auf Sansibar um und stärkt über das House of Resources bundesweit migrantische Initiativen.
  • OMF e.V.: Führt Jugendprojekte in Ländern wie Südafrika und dem Kongo durch und veranstaltet globale Konferenzen in Brandenburg.
  • PAWLO Masoso e.V.: Fördert machtkritische Bildungsformate und Trauma-Healing-Projekte aus einer panafrikanischen Perspektive.
  • VENROB e.V.: Verankert über das Projekt „Fairgabe in Brandenburg“ ethische Beschaffungskriterien in Kommunen und Unternehmen.
  • Villa Fohrde: Verbindet interkulturellen Austausch beim Projekt „Treffpunkt Pizzaofen“ und betreibt die Regionale Servicestelle BNE Nordwest.
  • Nigeria Jama Transformation: Baut einen Musik-Hub auf. Das Projekt nutzt Hip-Hop und traditionelle nigerianische Musik zur Stärkung der kulturellen Identität.
  • Eine-Welt-Promotorin (VENROB): Jahsa R. Wiles etabliert den Begegnungsraum „All Together Now“ und treibt Power-Sharing in entwicklungspolitischen Kontexten voran.
  • RAA Brandenburg (BREBIT): Organisiert seit 22 Jahren transformatives globales Lernen für Schulen, fokussiert auf Dekolonialität und Regenwaldschutz.

AUSBLICK: Erwartungen an den RTEP 2026

Die Teilnehmer formulieren einen klaren Handlungsauftrag für das kommende Jahr. Der Round Table 2026 verankert die Entwicklungspolitik stärker im ländlichen Raum. Das Gremium bindet zudem Akteure aus der regionalen Wirtschaft intensiv ein, um zivilgesellschaftliche Forderungen direkt in unternehmerische Praxis zu übersetzen.

Offiziellen Bericht zum 15. RTEP sichern

Lies alle Details, Projektberichte der NGOs und strategischen Zusagen der Ministerien im vollständigen Dokument nach.

Wer ist Träger des Round Table Entwicklungspolitik Brandenburg?
Das Ministerium der Finanzen und für Europa (MdFE) und der Verbund VENROB e.V. tragen das Dialogformat gemeinsam. Es dient als zentrales Forum für den Austausch zwischen der Landesregierung und der Zivilgesellschaft.
Welche strategischen Schwerpunkte setzt die Landesregierung aktuell?
Finanzminister Crumbach kündigte die Fortschreibung der Entwicklungspolitischen Leitlinien in der laufenden Legislaturperiode an. Das Ministerium fokussiert sich dabei besonders auf die nachhaltige öffentliche Beschaffung. Zudem sichert das Land den finanziellen Erhalt der zivilgesellschaftlichen Strukturen trotz angespannter Haushaltslage zu.
Warum war die koloniale Erinnerungskultur ein zentrales Thema des 15. RTEP?
Die Ausstellung „Signale der Macht“ im Brandenburg Museum visualisierte die historischen Funk-Verbindungen zwischen Nauen, Namibia und Togo. Diese Analyse der kolonialen Infrastruktur verdeutlichte, wie imperiale Machtverhältnisse bis heute moderne Kommunikationsstrukturen und globale Lieferketten prägen.
Wie bringt sich die Brandenburger Zivilgesellschaft konkret ein?
Zivilgesellschaftliche Akteure verknüpfen globale Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) direkt mit lokaler Integrationsarbeit. Initiativen wie das Bündnis „Fairgabe in Brandenburg“ treiben nachhaltige Wirtschaftskreisläufe voran. Projekte wie der Begegnungsraum „All Together Now“ machen migrantische Perspektiven sichtbar.
Welche Ziele definierte das Gremium für den RTEP 2026?
Die Teilnehmenden fordern eine stärkere Verankerung der entwicklungspolitischen Arbeit im ländlichen Raum. Das Gremium plant zudem, Vertreter aus der regionalen Wirtschaft intensiver einzubinden und künftig konkrete Handlungsempfehlungen in Form eines Abschlusspapiers an die Politik zu übergeben.